Diese oder andere Fragen sind Dir sicherlich schon durch den Kopf
gegangen und ich möchte Dich auch nicht lange herumrätseln lassen.
Die ersten Überlegungen sollten dem Leistungsbedarf gelten.
Dieser ist in erster Linie vom Abstand zwischen Schallwandlern und
Hörer und in zweiter Linie von der Größe des Hörraumes abhängig.
Mit Leistung ist an dieser Stelle nicht die elektrische Leistung gemeint,
sondern der Schalldruck, nämlich das, was effektiv beim Hörer ankommt.
So schön es auch wäre, Dir an dieser Stelle konkrete Zahlen
zu nennen, so wenig Sinn macht es, Dich damit zu konfrontieren.
Die Parameter der verschiedenen Lautsprecher sind sehr komplex und
im Zusammenhang mit Deinem Hörraum würde Dich dies' in einen
endlosen Zahlendschungel führen. Wir werden also die Berechnung
des erforderlichen Schalldrucks an dieser Stelle weglassen und ich
werde Dir stattdessen sagen, worauf es wirklich ankommt.
Die Schnittstelle zwischen Dir und Deiner Anlage sind die
Lautsprecherboxen. Sie sind praktisch das Maß für die weitere
Dimensionierung Deines HiFi-Equipments. Eigentlich verwende ich den
Ausdruck "Boxen" nur ungern, weil ich selbst andere Schallwandler
benutze. Da Du Dir aber vermutlich herkömmliche Boxen zulegen
wirst, möchte ich hier keine Wortklauberei betreiben.
Die Lautsprecherboxen Deiner Wahl müssen Dir in Deinem Hörraum
an Deinem Hörplatz die Illussion einer Life-Darbietung verschaffen,
ohne dabei an die Grenze der Leistungsfähigkeit zu geraten.
Teste Lautsprecher immer mit natürlichen Geräuschen bzw. mit
natürlichen Instrumenten! Nur so kannst Du feststellen,
wie nah' die Performance dem Original kommt! Im Zweifelsfall
solltest Du Dir ein bisschen mehr Box gönnen, denn brachiale
Musikstücke mit starken Bassattacken werden schnell zum Stolperstein.
Ohne Zweifel haben Boxen als Direktstrahler erhebliche Nachteile.
Bei entsprechender Aufstellung allerdings lassen sich einige Nachteile
kompensieren. Du musst Dich bei der Auswahl neben dem
Leistungsbedarf auch für ein Konzept entscheiden.
Gibt Dein Hörraum den Platz für Standboxen her oder musst Du auf
Regalboxen zurückgreifen ? Lässt Dein Budget und Dein Hörraum
die Aufstellung eines Aktivsubwoofers zu ?
Du kommst also um den Kauf von "richtigen" Boxen nicht herum.
Ob Du Dich nun für Stand- oder Regalboxen entscheidest,
wird letztendlich von der Einrichtung des Raumes abhängen.
An dieser Stelle sei erwähnt, der Name "Regalbox" bedeutet
nicht, dass diese Boxen zwangsläufig in eine Ecke gepfercht
werden müssen. Viele dieser Lautsprecher enfalten
ihr Können nur bei freier Aufstellung auf Stativen.
Auch Wandhalter mit großem Wandabstand (mind. 70 cm)
verschaffen hier den nötigen Freiraum.
Sollte Dein Hörraum wirklich nur Platz im Regal (respektive
Anbauwand) hergeben, dann musst Du darauf achten, dass die zu
erwerbenden Boxen nicht schon im Bereich von 90 - 100 Hz künstlich
aufgepeppelt wurden. Wände haben die Eigenschaft, den Bass je nach
Anzahl der angrenzenden Wände (1-3) zwischen 3 und 9 dB anzuheben.
Dies' würde den angestrebten linearen Frequenzgang behindern.
Im Regal sind kleine geschlossene Boxen am besten geeignet. Wenn
Du, aus welchem Grund auch immer, dennoch Bassreflexboxen
aufstellst, dann kannst Du Dir mit einem Trick behelfen. Nimm
einfach zwei Schwämme und stopfe die Reflexöffnungen zu.
Auf der Suche nach kleinen und leistungsfähigen Boxen
solltest Du nach dem Logo JBL Ausschau halten.
Anhand des Leistungsbedarfes wirst Du richtigerweise bemerkt haben, dass
sich die Frage nach einer Kompaktanlage schon in diesem Punkt erübrigt.
Ein weiterer wesentlicher Punkt gegen Kompaktanlagen ist, dass sie nicht
stückchenweise erneuert und erweitert werden können. Wenn sich
hiervon ein Teil verabschiedet bedeutet das immer einen Totalausfall.
Von einer Reparatur wird man Dir zumeist abraten und Dir ein neues
Wegwerfgerät aufschwatzen. Die Industrie freut's. - Aber abgesehen
davon sind diese Teile als Informationsquelle für'n Garten ganz OK.
An dieser Stelle möchte ich Dir auch dringend vom Kauf sogenannter
"Subwoofer-Satelliten-Systeme" abraten. Diese Kombination
aus kleinen Regalboxen und passivem Tieftonlautsprecher ist
gänzlich ungeeignet, um Musik natürlich zu reproduzieren.
Die "Böxchen" sind nicht in der Lage Grundton, geschweige denn
Bass, zu erzeugen. Um dieses Manko auszugleichen, wird der
Frequenzbereich des Subwoofers entsprechend nach oben erweitert,
was selbigen für unser Gehör ortbar macht. Man müsste
also den Tieftonlautsprecher in der Mitte zwischen den Satelliten
anordnen, um das Stereopanorama nicht zu zerstören.
Dessweiteren entzieht ein passiver Subwoofer dem Verstärker
unnötiges Leistungspotential, welches für präzieses
Arbeiten in anderen Frequenzbereichen nötig ist.
Für richtigen Musikgenuss kommst Du auch um den Kauf eines
Aktivsubwoofers nicht herum, denn Boxen, die einen solches Teil
überflüssig machen, liegen preislich jenseits von 5 000,- €.
Der aktive Tieftonlautsprecher hat einen eigebauten Verstärker
und entlastet somit Deinen Stereoverstärker von Schwerstarbeit.
Immerhin sind diese Teile in der Lage, Töne bis hinab zu 30 oder
gar 20 Hz wiederzugeben. Die Übernahmefrequenz zu den Boxen
und der Pegel (Lautstärke) lassen sich stufenlos anpassen.
Wirklich empfehlenswerte Aktivsubwoofer gibt es von Yamaha
schon für 200,- bis 300,- €.
Kommen wir nun zum Herz der Anlage, dem Verstärker.
Versuchen wir die Wahl des Equipments etwas einzugrenzen.
Gesucht wird ein Stereoverstärker zum Antrieb unserer Boxen.
Jetzt ist es an der Zeit, einen Blick auf die anderen technischen
Daten der Lautsprecher zu werfen. In einem Beispiel nehmen wir an,
jede der Boxen hat eine Belastbarkeit von 80 Watt Sinus, dann
sollte der Verstärker wenigstens eine Sinusleistung von 100 Watt je
Kanal mitbringen. (Entgegen mancher Meinung nehmen Boxen
an zu schwachen Verstärkern eher Schaden als an zu starken.)
Die Leistung des Aktivsubwoofers muss hier nicht berücksichtigt
werden, da dieser vom Verstärker nur Steuersignale erhält.
Ein weiterer wichtiger Aspekt bei'm Verstärkerkauf ist die sogenannte
Laststabilität. Wenn Deine Lautsprecher eine Impedanz von 4 Ohm oder
weniger aufweisen, muss der Verstärker dieser Last gewachsen sein.
( kleiner Widerstand = hoher Strom = große Last )
Achte bitte auf die Anschlusswerte !
Einen Blick sollte man auf die sogenannte Anstiegzeit werfen, der Wert wird
meistens in Millionstelsekunden (µs) angegeben und bezeichnet die Zeit, die
der Verstärker braucht, um ein eingegangenes Signal letztendlich am
Lautsprecherausgang als Spannung bereitzustellen.
( kleiner Wert = gut , großer Wert = schlecht )
Ebenso wichtig ist der Dämpfungsfaktor des Verstärkers. Um sauberen
Klang zu erzeugen ist es nicht nur nötig, eine Lautsprechermembrane
blitzschnell anschieben zu können, sondern auch ebenso schnell wieder zum
Stillstand zu bringen. Für diese Fähigkeit steht der Dämpfungsfaktor.
( Man ist geneigt zu sagen.: "Je höher, umso besser!" )
Damit schneiden wir kurz das Thema Röhrenverstärker. Eben diese
haben nämlich so gut wie keine Dämpfung und kommen daher mit fast
keiner Box zurecht. Der Charme dieser Geräte liegt mehr im visuellen
Bereich. Solltest Du das Geld für einen Röhrenverstärker haben,
kaufe unbedingt einen Transistorverstärker und spende den Rest
an SOS-Kinderdörfer! - Dein Gehör wird es Dir danken!
Kaufentscheidend ist auch die Ausstattung eines solchen Teils.
Wenn Du einen späteren Ausbau Deiner HiFi-Anlage erwägst,
sollten sich Vorverstärker und Endstufen durch Entfernen von
Steckbrücken auftrennen lassen. An dieser Stelle ließen
sich später Klangregler (was ich nicht befürworte) oder
Decoder von Mehrkanalsystemen (surround) einschleifen.
Eine interne Klangregelung wäre eigentlich nicht erforderlich,
ist aber in dieser in der Preisklasse für Ein- und Aufsteiger
meistens Standart. Achte aber unbedingt darauf, dass
eine sogenannte "Direkt"-Taste vorhanden ist, mit der sich die
Klangregelung überbrücken lässt ! Eine recht brauchbare
Einrichtung der Klangregelung ist die "Loudness". Sie
bewirkt eine Bass- und Höhenanhebung oder Mittenabsenkung
bei geringer Lautstärke. Das ist für den Fall gut,
wenn man mal nicht bewusst Musik Hört und man sich nur
berieseln lässt. Aber aufgepasst ! Nur eine regelbare
Loudness lässt sich den individuellen Bedürfnissen anpassen !
(Hier wird man bei Yamaha oder Denon fündig.)
Wenn Du Deine LP-Sammlung auch durch den Verstärker schicken
möchtest, lies bitte auch den Absatz Plattenspieler !
Auf garkeinen Fall solltest Du an den Lautsprecheranschlüssen sparen.
Diese müssen nicht unbedingt vergoldet sein, aber sie sollten
wenigstens ein 4mm² Kabel aufnehmen können und
ordentlichen Anpressdruck erzeugen.
Auch eine HiFi-Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied !
...Was uns zum nächsten Glied, dem Lautsprecherkabel bringt.
Am Kabel scheiden sich oftmals die Geister. Da werden
Philosophien entwickelt und ganze Diskussionsforen gefüllt,
welches Lautsprecherkabel denn nun das Beste sei.
Das einzig wahre LS-Kabel wäre gar kein LS-Kabel.
Kabel sind passive Teile der HiFi-Anlage und können
somit dem Klang nur abträglich sein, oder Mankos der Anlage
durch weiteres Beschneiden relativieren. Den Idealfall
stellt hier die Lautsprecherbox mit integrierter Verstärker-
endstufe (Aktivbox) dar. Im HiFi-Bereich allerdings
sprengen diese Teile das Budget des Einsteigers.
...Und das zwingt uns dann doch zum Kompromiss LS-Kabel.
Vermutlich kaufst Du Dir sowieso kein Lautsprecherkabel für 150,-
bis 500,- € pro Stereometer , somit besteht also keine
akute Gefahr für Deinen Geldbeutel.
Zu beachten ist hier hauptsächlich der Kabelquerschnitt.
Konkrete Richtlinien wirst Du zu diesem Thema kaum finden.
Aus diesem Grunde hier ganz grob meine Empfehlung.:
-Kabellänge bis 5 m - Kabelquerschnitt =4 mm²
-Kabellänge über 5 m - Kabelquerschnitt =6 mm²
Das Kabel für den Aktivsubwoofer braucht nicht berücksichtigt
werden, da dieses nur Steuerfunktion hat. Hier reichen zwei
zweipolige Kabel mit je 0,75 Querschnitt oder gar Klingeldraht aus.
(Ein einzelner Aktivsubwoofer wird immer mit beiden
Stereokanälen angesteuert.)
Ein Qualitativ gutes 4 mm² Kabel bekommst Du in großen HiFi-Märkten
bereits ab 2,5 € pro Stereometer. Wenn Du das Kabel im Baumarkt
kaufst, achte bitte darauf, dass das Kabel sehr flexibel ist.
Flexibleres Kabel besteht aus mehr Einzeldrähten und ist daher
leitfähiger. Für die Verlegung unter dem Fußbodenbelag
empfielt sich flaches Kabel, welches ein wenig teuerer ist.
Wenn es der Platz hergibt, kann man die beiden Adern des Kabels
voneinander lösen und räumlich getrennt verlegen (Mindestabstand 15mm).
Es ist unwarscheinlich, dass Du den Unterschied hören kannst,
aber Du schließt mit geringstem Aufwand die gegenseitige
elektrische Beeinflussung der beiden Stränge aus.
Du hast nun den Kern Deiner Anlage zusammengestellt und Dir damit
die Grundlage für natürliches und entspanntes Hören geschaffen.
An dieser Stelle kommen wir zu einer HiFi-Komponente, bei der
man so richtig geizig sein darf - dem Tuner. (tuning = Abstimmung)
Es dürfte wohl echt schwerfallen, ein Radiogerät zu finden, welches
die von den Radiosendern verunstaltete Musik noch wesentlich
verschlechtern kann. Wenn Du also kein ausgesprochener
Radiohörer bist und nicht ständig auf Senderjagd gehst, kannst
Du hier qualitativ weit unten ins Regal greifen. Es bieten
sich unter Umständen auch Auslaufmodelle ohne RDS (Radio Data
System) an. Wer muß schon den Radiosender auf dem Display lesen,
wenn der Sender alle fünf Minuten laut auf sich aufmerksam macht.
Hilfreich ist RDS bei der Sendersuche und Speicherplatzbelegung, man
beachte aber dabei, dass diese Prozedur eher selten vorkommt.
Kabeltauglichkeit, Anzahl der Senderspeicher oder Ausgangspegel sind
heutzutage auch in niedrigsten Preisregionen kein Thema mehr.
Alternativ zu Verstärker und Tuner käme ein Receiver in Betracht.
Hier sind beide Teile in einem Gehäuse vereint und man spart so
den Platz für ein Gerät. Zu beachten wäre hier, dass der Reseiver
allen Anforderungen entspricht, die im Abschnitt Verstärker
angesprochen wurden.
Die heute am weitesten verbreitete Musikquelle dürfte der CD-Player
sein. Die Compact Disc hat die Langspielplatte fast völlig vom Markt
verdrängt (zum Ärger der eingeschworenen Analog-Fangemeinde).
Die Vorteile der CD gegenüber der LP lassen sich auch nicht leugnen.
Wie sollte also mein CD-Player beschaffen sein - oder wäre vieleicht
ein CD-Wechsler besser ? Vom Wechsler rate ich Dir dringend ab, es
sei denn, Du brauchst ihn zum Partys feiern.  , Die Mechanik dieser
Teile ist sehr anfällig und den Weg zum CD-Regal hat man sowiso,
weil die benötigte CD gerade nicht im Wechsler ist.
Einen durchaus gut klingenden CD-Player mit reichlich Ausstattung
bekommt man schon für ca. 200,- €. Das Gerät sollte wenigstens
einen Digitalausgang besitzen, besser wäre je ein optischer und ein
koaxialer Digitalausgang. Diese Anschlüsse sind nötig, um Musikdaten
nahezu verlustfrei an einen digitalen Rekorder weiterleiten zu können.
Zur Bedienung sei gesagt, der Player sollte sowohl über eine
Fernbedienung als auch über eine Titel-Tastatur verfügen.
Die Tastatur erweist sich beim Überspielen als nützlich, wenn
man zum Scheibenwechseln vor'm Gerät hockt und nicht ständig
die Fernbedienung suchen muss. Neben den üblichen Spielmodi
"Programm, Zufall, Wiederholung" ist die Möglichkeit der Negativ-
Programmierung von Vorteil, wenn eine CD fast vollständig überspielt
werden soll. Es werden dann einfach der oder die unerwünschten
Titel entfernt.
Die Laufwerke sind oftmals Einheitslaufwerke, die in billige wie teuere
Player gleichermaßen leicht modifiziert eingebaut werden.
An der Stelle musst Du keine Nachforschungen anstellen.
In Sachen CD-Player und deren Bedienfreundlichkeit habe mit
Sony-Geräten gute Erfahrungen gemacht.
Hier kommen wir zu einem sehr heiklem Thema.
Alle wahren "Analog-Freaks", die sich bis hierher verirrt haben,
sollten zur Vermeidung unnötigen Stresses den folgenden
Absatz einfach überspringen !
Richtige Einsteiger wird es in Sachen Vinyl nur sehr wenige geben und es
ist in Anbetracht der Marktentwicklung auch nicht anzuraten, sich eine
Schallplattensammlung zuzulegen. Der Kauf eines Plattenspielers ist
immer von persönlichen Prioritäten und vom Geldbeutel des Käufers
abhängig. Von mir sei nur soviel dazu gesagt, die systembedingten
Nachteile lassen sich durch kein Geld der Welt völlig beseitigen.
...Was nicht heißen soll, dass es nur Nachteile gibt !
Du hast also einen Schrank voll Vinyl und möchtest Dir das auch ab
und zu anhören. Egal, ob's Dein alter Spieler noch tut, oder ob
Du einen kaufst, Du musst darauf achten, dass der Ausgangspegel des
Plattenspielers dem Eingang der Phonosektion Deines Verstärkers
entspricht ! Man unterscheidet hierbei zwei Arten von Tonabnehmern,
das MC- (moving coil = bewegte Spule) und das MM- (moving magnet =
bewegter Magnet) System. Manche Verstärker haben recht gute Phono-
Vorverstärker und bei manchen kann man per Knopfdruck von MC auf
MM umschalten (z.B. bei Yamaha).
Lass Dich beim Kauf nicht von Werbesprüchen verückt machen !
Kein halb- oder vollautomatischer Plattenspieler kann die LP aus dem
Schrank holen, sie säubern, auflegen, wenden und wieder verpacken.
Plattenauflegen ist und bleibt Handarbeit !
Möglicherweise gehörst Du wie ich zu der Abteilung "Faulenzer"
und hörst Dir die alten Platten nur deshalb nicht an, weil das
so "fürchterlich" umständlich ist. Keine Angst !
Dir kann geholfen werden.
Mit Hilfe eines Minidisc-Rekorders lassen sich zum Beispiel alle Schallplatten
problemlos digitalisieren. Klanglich sind MD-Rekorder inzwischen
trotz Datenreduktion sehr ausgereift und können mit CD-Playern durchaus
mithalten. Für den Normalverbraucher sind sie der Tipp schlechthin.
Die Vorteile eines solchen Gerätes liegen klar auf der Hand.: -guter Klang,
kleiner Tonträger (ca.7x7cm), Disc durch Gehäuse geschützt (Spritz-
wasser, Staub, Berührung), nahezu unbegrenztes Editieren (bespielen,
löschen, beliebiges Einfügen, Trennen oder Zusammenfügen von Titeln),
Spieldauer 60, 74 oder 80 Minuten (CD passt komplett drauf), alle Spiel-
modi und Zugriffszeit wie CD, Beschriftung von Disc und Titeln möglich
Die Minidisc ist wie die CD ein rein optischer Datenträger, trotzdem
unterscheidet man zweierlei Arten. Die Struktur der vorbespielten
MD ist fixiert und kann daher nicht gelöscht oder bespielt werden.
Diese Art MD liegt preislich auf dem Niveau der CD und wird vermutlich
eine Randerscheinung bleiben. Ganz anders liegt der Fall bei der
bespielbaren MD, ihre Struktur ist mit Hilfe eines Lasers und eines
Magneten veränderlich, was eine Datenaufzeichnung möglich macht.
Das Schreiben in Sektoren ist vergleichbar mit der Computerdiskette
oder UDF-formatierten CD's. Die Preisuntergrenze liegt hier momentan
bei etwa 2,- € (mit fallender Tendenz). Der niedrige Preis und
die oben genannten Vorteile machen die Minidisc zu einem
attraktiven Tonträger.
Respektable Einsteigergeräte gibt's schon ab ca. 200,- €.
Wer allerdings seine aufgenommenen MD's im Auto hören will,
muss für einen MD-Receiver etwa 300,- € berappen.
Die Alternative zu den 500,- € für diese beiden Geräte
heißt Taschen-MD-Rekorder und kostet ca. 250,- €.
Wenn dieser Rekorder außer der Kabelfernbedienung eine
Infrarotfernbedienung hat, lässt er sich für nahezu jeden Zweck
einsetzen. Die Fernbedienung braucht man zum Beschriften,
denn das geht an diesen kleinen Teilen nur sehr mühsam.
Der Anschluss im Auto geschieht über Kassettenadapter,
oder besser noch, über den CD-Wechsler-Eingang.
Was wird aber nun mit meinen ganzen Musikkassetten ?
In den meisten Fällen ist wohl auch der Kauf eines neuen Kassetten-
rekorders angesagt, denn zu viele Musikkassetten haben sich im Laufe
der Zeit angesammelt. Kein noch so konservativer Musikfreund
wird mir ernsthaft wiedersprechen, wenn ich sage, dass die Ära der
Kassette zu Ende geht. Anfällige Mechanik, lange Zugriffszeiten
und ewiges Rauschen haben die digitalen Medien an der MC
vorbeiziehen lassen. Wenn Du nun trotzdem im Zugzwang bist,
dann investiere nur so viel wie nötig ! Überlege, ob Du unbedingt
ein Doppeldeck brauchst ! Bei'm überspielen von Kassette
zu Kassette kehrst Du die Musik gänzlich untern Rauschteppich.
Um Kassetten für's Auto zu bespielen reicht die Rauschminderung
Dolby B oder C. Vieleicht ist noch das eine oder andere Auslauf-
model ohne HX-Pro, Dolby S oder anderen "Schnickschnack" zu haben.
Hier kannst Du Dich als Schnäppchenjäger betätigen ! Insbesondere
scheint die Jagd auf Pioneer-Kassettendecks erfolgversprechend zu sein.
Für viele HiFi-Freunde ist die Anschaffung eines CD-
Rekorders sicher das Ziel der Ziele. Immerhin ermöglicht er eine
digitale Kopie ohne Datenreduktion, wobei der einzige Vorteil dieses
Gerätes gegenüber dem MD-Rekorder damit schon genannt wäre. Das
"Brennen" von CD's ist zweifelsfrei eine großartige Erfindung der
letzte Jahre, aber das Bespielen von Wiederbeschreibbaren Musik-CD's
ist ein bisschen Augenwischerei. Man bedenke, dass das Löschen von
Musiktiteln immer nur in umgekehrter Reihenfolge des Beschreibens
geht. Das heißt, wenn ich Titel Nr.1 löschen will, muss ich die
komplette CD löschen. "Das ist doch ganz einfach !" sagt der Laie
"Dann lege ich die CD-RW in den CD-Player und überspiele ab Titel
Nr.2 auf einen neuen Rohling." "Falsch !" sagt der Fachmann "Der
CD-Player kann die CD-RW nicht lesen, wenn er nicht ausdrücklich
dafür ausgelegt ist und selbst wenn er's wäre, würde an dieser
Stelle das sogenannte serial copy management in Kraft treten
und eine weitere Digitalkopie verhindern."
Aus meiner ganz persönlichen Sicht wird sich das Beschreiben von
CD's in Zukunft mehr im Computerbereich abspielen und dort auch das
Beschreiben von Audio-CD's. Wer sich den Audio-CD-Rekorder von mir
dennoch nicht vermiesen lassen will, sollte sich bei der Firma Pioneer
umschauen. Die Geräte lassen sich auch mit Computerrohlingen füttern,
wenn man sie zuerst einen Audiorohling einlesen lässt und anschließend
die Lade von Hand öffnet, um einen anderen Rohling unterzujubeln.
Optional git's für diesen Zweck auch Platinen zum nachrüsten.
Eine weitere Sparte von digitalen Aufzeichnungsgeräten stellen
die DAT-Rekorder (digital audio tape - recorder) dar. Sie arbeiten
ebenfalls ohne Datenreduktion und speichern auf eine Magnetband-
kassette. DAT-Rekorder fristen im Heimbereich eher ein Schattendasein.
Ihr zu Hause ist mehr der Profibereich. Die Gründe dafür sind
in der aufwendigen Technik und den damit verbundenen Preisen zu suchen.
Ein weiterer Nachteil sind längere Zugriffszeiten gegenüber CD und MD.
Auf der positiven Seite wäre zu verbuchen, dass man hier mit Computer-
Streamerbändern preiswert und platzsparend archivieren kann.
Für HiFi-Einsteiger sind DAT-Rekorder eher weniger geeignet.
Das Konservieren von Musik im MP 3 - Format ist eine sehr
zwiespältige Sache. Hier steht die gute Qualität der mit original
Fraunhofer-Software komprimierten Daten den ziemlich miesen
Tracks aus dem Internet gegenüber.
Wer sich also an der hohen Datenkompression von ca. 11:1
nicht stößt, findet mit MP 3 das geeignete Format, um sein
aufgeschwemmtes Archiv zu minimieren. Der qualitative Unterschied
zur CD ist eher im rechnerischen und moralischen Bereich zu suchen.
Der Klang ist ganz minimal harscher als von CD und wenn überhaupt,
nur bei der Wiedergabe von Stimmen und natürlichen Instrumenten
auszumachen. Elektronische Musik im MP 3-Format dürfte jeder
kritischen Prüfung standhalten.
Ob sich nun jemand die Daten aus dem Internet herunterläd,
ist eine Frage des persönlichen Qualitätsanspruchs. Ich ordne
den "Tonträger" Internet derzeit auf niedrigem HiFi-Niveau ein.
Wer sich an dieser Stelle noch nicht sicher ist, welcher Rekorder
der Richtige für's eigene Archiv ist, der sollte unbedingt auf der
meines audiophilen Freundes Andree Reichelt vorbeischauen.
Dort werden die verschiedenen Aufnahmemedien gut gegliedert
und sachlich dargestellt.
Die möglichen Komponenten Deiner neuen HiFi-Anlage wurden
nun besprochen, jetzt ist es an der Zeit, die Teile zu verkabeln.
Sind aber nun die mit den Geräten gelieferten Kleinsignalkabel
überhaupt geeignet ? Ja, sie sind ! Die von selbsternannten
High-Endern abfällig als Beipackstrippen bezeichneten Kabel
besitzen durchaus gute elektrische Eigenschaften. Das Eizige,
was Du beachten solltest.: Nimm nie längere Kabel als nötig !
Lange Kabel bieten eine größere Angriffsfläche für störende
elektromagnetische Einstreuungen. Gelegentliches Abziehen
und Anstecken der Kabel schadet nichts, wenn sie dabei am
Stecker erfasst werden. Es reinigt die Kontaktflächen und
verhindert somit die Entstehung von Übergangswiderständen. Rote
Stecker gehören dabei immer in die Buchsen für den rechten Kanal
und schwarze oder weiße in die Buchsen für den linken Kanal.
Besondere Vorsicht ist beim Umgang mit Lichtleiterkabeln geboten !
Diese sind sehr empfindlich gegen Knickbeanspruchung.
Das "serial copy management" ist eine nobelpreisverdächtige
Erfindung, die dazu dient, dem Heinz Müller aus Kleinhausen,
der ein Lied vom Manfred Kunz (ebenfalls aus Kleinhausen) digital
überspielen will, welches der seinerseits schon von seiner Schwester
Klara Steinbach (geb. Kunz) digital überspielt hatte, das kopieren
zu vereiteln, wärend in Osteuropäischen Staaten Millionen
von Raubkopien über'n Ladentisch gehen.
"Endlich mal 'ne Erfindung die wirklich was bringt !"
Und weil der Heinz M. aus Kleinhausen so mächtig traurig über
diese Erfindung war, dass er bittere Krokodilstränen weinte, kam eine
Erfinderfee des Weges und erfand für Heinz M. und uns den
Copy Processor.
Gängige Kopierschutzknacker gibt's von der Fa. Hucht ab ca. 240,- €.
(nicht im HiFi-Handel erhältlich)